DVD Gessmann - Psychodrama: Es war kein Sekt mehr da

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978-3-928524-53
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 Hans-Werner Gessmann: Es war kein Sekt mehr da (1989)

Die dokumentarische Aufzeichnung eines kompletten Protagonistenspiels im Humanistischen Psychodrama

Digitalierte Bearbeitung einer Originalaufzeichnung auf VHS aus dem Jahre 1989 von der Behandlung einer Arbeitsstörung


PIB Fortbildungszentrum Duisburg 

Es war kein Sekt mehr da 

Verlauf 

I. Gruppen- und Themenfindungsphase 

Das Stehgreifspiel der Erwärmungsphase führt die Gruppenteilnehmer nach längerer Schiffsreise wegen Motorschadens auf eine einsame Insel, auf der sie sich für eine Weile niederlassen und auch ganz wohl fühlen. 

Nach geraumer Zeit trifft ein weiterer Gruppenteilnehmer als Kapitän eines kleinen Bootes auf der Insel ein, um die „Schiffsbrüchigen“ zum Festland zurück zu holen. Jeder muss sich nun entscheiden, was er oder sie auf der Insel zurück lassen will. 

Im folgenden Ketteninterview tauschen sich die Gruppenteilnehmer darüber aus, was sie persönlich auf der Insel lassen mussten. Die Protagonistin (Tilly) sagt bestimmt, dass sie nichts zurück gelassen hätte: „Ich habe nichts heraus zu geben. Ich musste alles mitnehmen, was ich dort hatte, was ich dort hatte. Es war nicht viel, aber es gehörte zu mir, das ist mir wichtig. Das will ich so behalten.“ 

Zum Schluss der Erwärmung formuliert jeder der Teilnehmer sein aktuelles Thema und benennt dafür ein Stichwort. Die Protagonistin benennt für sich: „Nicht mehr so viel hergeben wollen.“ 

II. Soziometrische Wahl 

Nachdem die Gruppenteilnehmer sich teilweise nochmals der einzelnen Stichworte vergewissert haben, wählen sie diejenige aus, deren Thema sie besonders anspricht. Die Protagonistin ist bereit, eine Szene zu ihrem Thema einzurichten. 

III. Interview 

Leiter und Protagonistin befinden sich nun auf der „Bühne“. Nachdem die Protagonistin vom Leiter gebeten wurde, ihr Thema näher zu erläutern, formuliert sie das Gefühl zu haben, von anderen Menschen benutzt zu werden. Auf die Frage, ob ihr dazu eine Szene einfalle, beschreibt die Protagonistin eine konkrete Szene aus jüngster Vergangenheit. 

Ein Besuch von Klaus, einem Bekannten, der sich eines Abends selbst einlädt, ihr von den Problemen mit seiner Ehefrau erzählt und im Laufe des Abends immer zudringlicher wird. 

IV. Bearbeitungsphase 

1. Szene 

In der Szene, die die Protagonistin zusammen mit dem Leiter einrichtet, ist sie mit ihrem Freund Klaus gemeinsam in ihrer Wohnung. Sie schauen sich einen Western im Fernsehen an und trinken Sekt. Spät in der Nacht ist der Freund angetrunken, wird gefühlsmäßig immer bedürftiger und will gar nicht nach Hause gehen. 

Ein Mitglied der Gruppe soll als Hilfs-Ich die Rolle des Freundes übernehmen. Damit er die Rolle aus der Sicht der Protagonistin spielen kann, spielt diese die Rolle des Freundes zuerst selbst. Heinrich kann auf diese Weise die Rolle lernen. Um die Rollenübernahme immer mehr an der Konzeption der Protagonistin zu orientieren, wird sie zu Beginn der Spielszene mehrmals wiederholt. 

Ein Doppel tritt auf, um die auftretenden Gefühle zu reflektieren. 

Der Protagonistin gelingt es in der Szene nicht, ihren Freund los zu werden, obwohl sie sich von ihm ausgenutzt, „missbraucht“ fühlt. Ein Gefühl steht dem entgegen, was sie „Versorgen“ nennt. 

Ein Mitglied der Gruppe übernimmt als Hilfs-.Ich dieses Gefühl. Durch Rollentausch mit der Protagonistin lernt er dieses Gefühl genauer kennen. 

Vom Leiter nach einer Szene befragt, in der dieses Gefühl „Versorgen“ sehr wichtig war, beschreibt Tilly eine Szene aus ihrer Kindheit. 

2. Szene 

In dieser Szene ist die 10jährige Tilly als Protagonistin alleine mit ihrem kleinen Bruder Franzi in der elterlichen Wohnung. Tilly macht Hausaufgaben und muss sich gleichzeitig um ihren kleinen Bruder kümmern, der ständig schreit und versorgt werden will. Die Protagonistin fühlt sich überfordert, will Zeit für sich haben, doch die Aufgabe wurde ihr von ihrer Mutter aufgetragen. Eine weitere Gruppenteilnehmerin übernimmt die Rolle der Mutter, die sie dazu zwingt, weiter auf ihren kleinen Bruder aufzupassen, weil sie selber arbeiten muss. Als Tilly sich zur Wehr setzt, schlägt die Mutter sie. Doch Tilly gelingt es, ihrer Mutter klar zu machen, dass dies nicht ihre Aufgabe sei und entzieht sich ihr schließlich. 

Die Protagonisten formuliert für sich, dass sie keine Lust mehr habe, für ihre Mutter „die Kohlen aus dem Feuer zu holen“. Damit sie das als erwachsene Tilly ihrer Mutter mitteilen kann, richtet sie gemeinsam mit dem Leiter eine Szene ein, in der sie sich mit der entfernt lebenden Mutter auseinandersetzt. 

3. Szene 

Die folgende Szene spielt wieder in der Gegenwart. Tilly teilt ihrer Mutter telefonisch mit, dass sie sich aus beruflichen Gründen von nun an nicht mehr um sie kümmern kann. Die Protagonistin beendet das Gespräch von sich aus und lässt sich auf keine Diskussion ein. 

Tilly erkennt für sich, dass das Gefühl „Versorgen“ gar nicht zu ihr gehört und schickt es zurück zur Mutter. 

4. Szene 

Die Ausgangsszene mit Klaus wird wieder eingerichtet. Tilly ist jetzt in der Lage ihren ungeliebten Besuch los zu werden: „Jetzt höre mir mal gut zu. Fernsehen ist zu Ende, Sekt ist alle, Wein ist alle und Du kann jetzt ruhig mal nach Hause gehen.“ Sie tritt energisch auf und macht ihre eigenen Bedürfnisse klar. 

5. Abschluss 

Die Gruppenteilnehmer teilen mit, wie sie sich während des Protagonistenspiel emotional beteiligt gefühlt haben, wie es ihnen in ihren Rollen als Hilfs-Ich und Doppel ergangen ist und wie sie selbst Veränderungen zu ihren eigenen Themen erlebt haben. 

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