Bogner-Wolff - Psychodrama: Jeder Mensch ein Künstler

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 196 Seiten, 2 Abbildungen

Das Verfassen eines wissenschaftlichen Textes beruht auf Axiomen - unbewiesenen Grundannahmen-, welche im wissenschaftlichen Prozess aufgezeigt werden sollten. Dies geschieht im Kapitel eins bzw. am 1. Tag. 

Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit wird hier als wissenschaftliches ‘Werk’ im Kontext des Lebens der Verfasserin verstanden. ‘Erforschtes’ und ‘Forscherin’ sind verbunden. Da diese wissenschaftstheoretische Grundentscheidung richtungsweisend für den gesamten wissenschaftlichen Prozess ist, wird ihr ein ganzes Kapitel - der 2. Tag - gewidmet. 

In diesem Kapitel wird aufgezeigt, dass auch bei Moreno und Beuys Leben und Werk verknüpft sind. 

Moreno hat in der ‘Aktionsforschung’ dieser wissenschaftstheoretischen Grundannahme Raum gegeben. 

Darüber hinaus sind Psychodrama und Kunst ‘Lebensformen’. 

Die nachfolgenden Kapitel - 3. und 4. Tag - enthalten inhaltliche Konvergenzpunkte von Kunst und Psychodrama. Hier wird aufgezeigt, in welchen Inhalten und Forderungen Kunst und Psychodrama, Moreno und Beuys, übereinstimmen. Wesentlich ist hier Kapitel drei: der schöpferische Mensch. Sowohl Moreno, als auch Beuys, intendieren mit ihrem Werk die Schöpferkraft des Menschen freizusetzen. Dieses menschliche Schöpfer-Sein, sehen sie in einen größeren, kosmischen Zusammenhang eingebunden. 

Der Text versucht der Schöpfer-Intention nachzukommen, indem er dieser von Moreno und Beuys als wesentlich für das Leben erachteten Kraft Raum lässt. 

Kapitel vier - der 4. Tag - zeigt auf, daß Moreno und Beuys Menschen der Tat waren. 

Man denke an die Beuysschen ‘Aktionen’ und an das Psychodrama als Aktions-Therapie - Aktion gedacht als Gegenstück zur analytischen Gesprächstherapie. 

Da es bei der Aktion aber nicht auf die Tat als blindes Tun ankommt, wird das prozessuale des Tuns hervorgehoben. Kunst als Prozess wird in diesem Falle an Bildern des Malers Hundertwasser deutlich. Außerdem - in Erweiterung des Kapitels drei - wird zu zeigen versucht, dass es mit ‘Aktion’ darum geht, Schöpferkraft zu realisieren, in die Tat umzusetzen. Deshalb gibt es auch einen ‘Bastel’-Teil der Arbeit, über den der ‘Leser’ frei verfügen kann. Näheres zum Gebrauch in Kapitel 1.2. 

Kapitel fünf - der 5. Tag - setzt sich mit dem Unbewussten als mögliche Quelle der Schöpferkraft auseinander. Es ist ein wichtiges Kapitel insofern, als dass die Schöpferkraft und die Aktion aus dieser Quelle heraus in Ideen über Mal-Prozesse umgesetzt werden. 

Hier hat die Verfasserin ihre Auffassung künstlerischer Prozesse - auf dem Hintergrund Morenoscher und Beuysscher Grundannahmen über Mensch und Welt - eingebracht. 

Es wird deutlich, dass, wenn Morenosche und Beuyssche Inhalte umgesetzt werden, das einen Wandel des Lebensvollzuges nach sich zieht bzw. zum Inhalt hat. Es zeigt sich ein andersartiges Bild des Menschen, dass sehr mit Heideggers Gedanken des ‘Lassens’ übereinstimmt. 

Dieses ‘Lassen’, so Kapitel sechs - der 6. Tag: Begegnung -, eröffnet dem Menschen neue Lebensräume. Diese geben dem - im Kapitel drei und vier - durch Moreno und Beuys ‘angerufenen’ Schöpferischen neue Entfaltungsmöglichkeiten, z.B. durch die Annahme der Multiplizität des Menschen. 

‘Multiples’, eine Beuyssche Kunstform, passt in diesem Zusammenhang als Wortspiel und als Form zwischenmenschlicher Begegnung. 

Moreno und Beuys waren Menschen, die die Begegnung und das Gespräch mit anderen Menschen gesucht haben. Moreno sieht den Menschen als ‘wesentlich’ mitmenschlich an, als ‘im Wesen’ auf Beziehung angelegt. Beuys versucht durch politische Aktionen eine mitmenschlich lebenswerte Welt zu schaffen. 

Das Kapitel Begegnung will drei Formen der Begegnung ansprechen: 

Begegnung mit der eigenen Person, mit Mitmenschen und mit dem Kosmos. 

Wege der Begegnung sind Psychodrama, Spiel und Kunst. 

Kapitel sieben - der 7. Tag, der ‘Ruhetag’ im Schöpfungszyklus - verknüpft die Inhalte der Arbeit zu einer Einheit bzw. zeigt die gegebene Einheit, den roten Faden des Textes, auf. Es geht um wissenschaftstheoretische Grundlagen, die dem Menschen ‘gelassenes Sein’ ermöglichen. Schöpferkraft ist eng verbunden mit dem ‘Lassen’ des Menschen. ‘Lassen’ entfaltet sich im Prozess. Die Frage nach Quellen der Schöpferkraft und Wegen des Ausdrucks - dazu Malen als Weg - wird resümiert; auch die Begegnung als Weg zum Leben, zum Schöpferischen, zur Vielfalt. Begegnung, als Beziehungsform, in der die schöpferische Eigenart des Menschen realisiert und akzeptiert wird. Es ist die Entfaltung einer neuen Lebensweise: der Gewaltlosigkeit, des ‘Lassens’ von Mensch und Mit-Mensch. 

Der Inhalt der vorliegenden Arbeit ist mit dem Arbeitsprozess gewachsen. Er ist wie ein Hundertwasser-Bild: chaotisch-geordnet. Eben weil diese Arbeit in einem organischen Wachstumsprozess entstanden ist, gibt es z.T. Wiederholungen oder inhaltliche Überschneidungen, die jedoch den Inhalt aus verschiedenen Blickwinkeln eröffnen. 

Die Kapitel enthalten Informations- und Integrationsteile, bei denen auch Intuition als Rezeptionsweg erforderlich ist, um die Zusammenhänge in den Kapiteln zu erkennen. 

Die Arbeit behandelt ein sehr komplexes ganzes Thema, das sich nicht auf einen rational-logischen Strang reduzieren lässt. Infolge war die Schreibende gefordert, andersartig zu denken und zu schreiben. Auch der Leser ist gefordert in der Wissenschaft Denken und Intuition - die vernachlässigte Eigenschaft - zu realisieren. 

Deshalb liegt die Arbeit als ‘jüdisch verstandener Schöpfungszyklus’1 vor: mit dem Abschluß des Schreibens ist diese Text-Schöpfung nicht abgeschlossen, sondern wird durch die Leser immer wieder neu erschaffen. Auch die Arbeit an den einzelnen ‘Tages-Kapiteln’ gestaltete sich zyklisch, d.h. sie wurden nicht in einem Stück abgearbeitet, sondern immer wieder bearbeitet. Ein dekonstruktivistisches Vorgehen, bei dem sich immer neue ‘Kontexte’ auftaten. Im Lesen, Schreiben und Umsetzen des Textes sind Menschen Schöpfer.

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